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Komplexität in der Postmoderne

September 6, 2008

Wer es noch nicht gemerkt hat, dem sag ich es aber jetzt bevor es den nächsten epochalen Sprung gibt: Die Moderne war uns zu durchsichtig, einfach langweilig und zu schnell begreifbar. Ist ja klar, wenn der Löffel nur die Suppe vomTeller zum offenen Mund führen soll, dabei einfach nur gut in der Hand liegt, das da der starksche Tropfenlöffel noch mehr ist als nur die sklvische Umsetzung von menschlichen Bedürfnissen. Und nun haben wir den postmodernen Salat und die will nicht einfach nur dienend funktional sein, sondern komplex und vielschichtig. Deswegen gibt es das kunterbunte Diktat der Komplexität und der Widersprüchlichkeit. Das ist wie Kaffee und Schnaps oder Redbull mit Wodka. Viele Erzählungen in einem Buch. Deswegen wirkt das ein oder andere Gebäude schwierig auf den Betrachter. In der Kunst ist auch so oder so ähnlich. Der Mensch will aber Ordnung, sagen die anderen oder wenigstens drängt die Frage ins Bewusstsein, was die ganze Welt und nicht nur die Architektur zusammenhält? Dies ist eine Metafrage. Darauf sucht die Wissenschaft eine Antwort.

Eine Antwort darauf ist bestimmt dieses Abenteuer, dass mit einer Frage endet:Ich stand am Tisch des Architekten und darauf ein komplexes Architekturmodell, das aus mindestens 7 verschiedenen Erzählsträngen und 12 unterschiedlich wirkenden Kräften, widersprüchlich und radikal war in der Ablehnung jeglicher Funktionalität. Ich sprach mit dem Architekten über den Weg dorthin, den Entwurfsprozess, die Umkehrung des Kontextes, die Schwierigkeit der Darstellung und die Auflösung jeglicher Kategorien der Räumlichen. Unbegreiflich eben.

Aber dann passierte etwas unglaubliches: Ohne Nachzudenken griff ich nach dem Modell, um einen Einblick von Unten zu bekommen. Meine Hand griff richtig. Der Daumen und der Mittelfinger fanden ihren Ort auf der komplexen Außenhaut und ich hob die Miniatur der Architektur hoch. Wenigstens Gozilla, dachte ich mir, hat mit der postmodernen Architektur keine Verständnisprobleme. The Problem of Bigness, schoss es mir durch den Kopf. Nicht nur die Architektur muss wachsen, auch wir Menschen sind zu klein. Mit: Architekten und Städtebauer sind die Gozillas der postnuklearen Zeitrechnung. Das Ende der Geschichte begann in Japan. Wir müssen den richtigen Griff finden. karate oder Judo. So schoss es Millisekunden durch meinen Kopf. Den schwarzen Gürtel in richtiger Stadtgrifftechnik oder so. Nichts kann so komplex und verdammt groß sein, das ich es nicht in den Griff bekomme. Die Angst schrumpfte vor dem Großen und Komplexen. Der Griff. Der Griff. Begann ich am Tisch des Architekten zu brabbeln.

Ich begann die Stadt zu durchstreifen, suchte mir erst die einfachen Objekte: Einfamilienhäuser, Baumärkte oder Türme, Kniff ein Auge zu und probte den Griff. Es ging immer besser. ich trainierte Tage und Wochen. Die Bauwerke wurden immer komplexer. In Wolfsburg hob ich das Sciencecenter von Zaha Hadif hoch. In Köln den Dom und beim Olympiagucken trainierte ich mich am Vogelnest in Penking. Himmel, Arch und Zwirn – ich wurde immer geschickter. Ich kaufte mir Bücher und studierte die Kunst der Komplexität. Reiste nach Amerika und hob ganz Las Vegas aus dem Wüstensand. In Barcelona rutsche mir der Gerry kurz aus den Fingern, so glitschich war das Bild. Die Blobs und Blubs habens in sich. Aber mit der hilf geschickter Grifftechnicken und Zahnstochern kam ich auch den Rollmöbsen der Hyperboloidenarchitektur bei.

Und irgendwann fehlte mir nur noch einer. Das Meisterstück sozusagen.

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Und hier sind sie nun an der Reihe. Was ist das komplexeste Gebäude der Welt? Wers weiß kanns schon heben, essen oder einfach drauftreten. Be gozilla – Eat complex architecture. Grrrrrrrrrrrr.

ps. Dies ist kein Aufruf für ne neue Einfachheit oder son Scheiß, Unsere Stadt soll schöner werden oder oder Baukulturdreck. Schon als Kind habe ich aufräumen gehasst.

Birds in Chains

August 10, 2008

„Sei Radikal“ oder „Überzeichne verschärft“ sind die Strategien zur postmodernen, antifunktionalen Architekurbeschleunigung besonders in China. Rem Kolhass lässt es im Städtebau und beim orwellschen Peilsender ordentlich krachen und die Schweizer Architekturhobbits H. und dM. illuminieren die Metapher des Vogelnest ohne Ei und Vogel in bunten Farben. Ornitologisches Schlägernest in popiger Turnschuhästhetik. Das ist alpine Radikalität. Nicht die knallharte und stringente Umsetzung des Bildes in einen lebenden Architekturorganismus, sondern die vogelleichte Wahl des Entwursfbildes ist so wuchtig und schwer. Dünnes Grasgeflüster statt Stahlverknotungen. Ausgeflogener Vogel, statt Kettenhund.

Der Vogel ist aber nicht im Nest, sondern im Bett mit Kettenhemd, flugunfähig und mit metabolistischen Bauchschmerzen von zuviel Popkorn und Smarties auf Parties mit Jaques und Vester, dem alten illusionistischen Beleuchtungsmeister und dem kleinen olympischen Giftzwerg Samarammsch.

Ich kauf mir ne Cola und kipp sie in meinen Fernseher und lass den Vogel fliegen.

Alex frisst Sternlampe

August 10, 2008

1. Gehen Sie zum Baumarkt oder zu Ikea. Kaufen Sie zwei große chinesische Papierballonlampen.

2. Suchen Sie eine ungesicherte Baustelle und entleihen Sie zwei Verkehrshütchen.

3. Trainieren Sie kurz in Ihrer Straße das Beklettern von Latternen masten.

4. Fahren Sie nun bis S-Bahnhof Tiergarten und laufen Richtung Stern.

5. Besteigen Sie eine Laternenmast mit zwei Zylinderlampen.

6. Stülpen Sie nun die mitgebrachten chinesischen Ballonlampen über die Zylinder und setzten Sie die Verkehrshütchen oben auf.

7. Warten Sie auf die Dämmerung und wenn die Stadt das Licht einschaltet geniessen Sie die neue Laterne.

Fertig ist die Kannonfutter-zu-Luftblasen-Lampe!