Urbanes Kratzbuch

Da wir ja irgendwie alle in der Stadt leben, oder ich zumindest seit ich denken kann immer von mehreren Häusern umgeben war und die Stadt ja keine Grenzen mehr hat und deshalb irgendwie überall ist, kann mal also sagen das ein Stadtforscher immer auch ein Lebensforscher und der Flaneur einer Begeher der menschlichen Sphäre ist. Schreibe ich also über mich, meine Füße oder den Blick aus dem Fenster, meine Gedanken beim Müllrausbringen so berichte ich eigentlich immer von der Stadt. Und dem Schreiben in Zeiten virtueller Buchstaben fehlt mir auch immer die Tiefe des Typeneinschlags ins Papier oder das tintesaugende Papier. Und das ganz unmelancholisch. Am Anfang war wahrscheinlich das Kratzen, als die Städte noch in Höhlen waren und der Stein Haus und beschrieben war. Stadtbeschreiben ist ein Kratzen auf dem Stein. Mein urbanes Kratzbuch führt mich als Autor wieder zu den Anfängen zurück, als Stadtmachen und Schreiben eins waren.

Und warum die T-Shirts? Nur so vielleicht. Auf jedem T-Shirt steht eine Idee oder eine Beobachtung. Das T-Shirt ist als Format so einfach zu verstehen und zu beschreiben, wie der Text getippt, oder die gekritzelte Zeichnung gekratzt. Faulheit siegt über Technik, Liegen statt Stehen, Latscher statt Flaneur, Alltag statt Erhabenheit.

Gesammelt werde von mir kleine Beobachtungen oder Ideen, die in der Stadt spielen – also überall, von der Stadt handeln -also alles, oder einfach nur da waren, gejuckt haben und aufs Papier oder in den Text wollten. Ohne Selbstzensur.

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